Franz Wallner wurde 1929 in Krems als Sohn von Johann Wallner, Kartograph und Maria Brigitte, geborene Hittinger, Hausfrau geboren. Seine Kindheit und Schulzeit verlebte er in Krems an der Donau.
Seine Eltern erkannten sehr bald seine große künstlerische Begabung und haben ihn darin in jeder erdenklichen Weise unterstützt. Der zweite Weltkrieg, in den er als Fünfzehnjähriger zwangsrekrutiert wurde, unterbrach seinen Wunsch, ein Studium an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, das er aber nach dem Krieg beginnen und erfolgreich abschließen konnte. Fortan verdiente er seinen Lebensunterhalt als Gebrauchsgrafiker in Österreich, Dänemark und Deutschland, was ihm ermöglichte, seine eigentliche Passion, die Malerei, weiterhin intensiv zu pflegen, ohne - wie leider so viele Künstlerkollegen und –innen der Nachkriegsgeneration - in eine finanzielle Notlage zu geraten.
Dem sehr bescheidenen Menschen Franz Wallner war die öffentliche Anerkennung seiner Werke nicht sonderlich wichtig, weshalb er auch nie „für die Öffentlichkeit“ geschaffen hat. Bis zuletzt hat er Ausstellungen und Kunstmarkt gemieden bzw. auch diesbezügliche Angebote abgelehnt. Erst jetzt konnte ihn seine Tochter, die Pianistin und Komponistin Dorrit Maria Hanke und sein Neffe, der Schriftsteller Wolfgang Wallner-F. überreden, im hohen Alter sozusagen rückblickend aber noch nicht abschließend die „Zurschaustellung seiner Kinder“ zu wagen.
Zum Werk:
Franz Wallner fand sehr bald zu seinem eigenen unverwechselbaren, von narrativ expressionistischer Gegenständlichkeit geprägten Stil, dem er bis heute treu geblieben ist. Seine, mit dynamischem Pinselstrich in kräftigen „Mollfarben“ gehaltenen Kompositionen entbehren jeder modischen Attitüde, keine Anleihen an „Ismen“ sind zu bemerken. Die inhaltlich kritische Aussage, in deren Mittelpunkt hauptsächlich der Mensch steht, ist ihm wichtiger als jeder Formalismus. Als engagierter „Nachdenker“ über Politik und Gesellschaft, setzt er sich folgerichtig auch in seinem Werk mit den menschlichen und gesellschaftlichen Formen der Unzulänglichkeit auseinander und persifliert diese bisweilen ins Karikaturistische. Ein Kunstgriff, der uns in seinem Werk sehr oft begegnet, ist das hintergründige und doppeldeutige Vexierbild, in dem er das Auge des Betrachters lustvoll auf Entdeckungsreise zwischen den Formen schickt.
Zu seinen reizvollsten Arbeiten zählen die in den letzten Jahren entstandenen „Tageskarten“ im Postkartenformat, auf denen er seine eigene Impression zum Tagesgeschehen reflektiert, u.a. auch Gedanken zu aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Ereignissen, ein gemaltes Tagebuch sozusagen. Besonders bemerkenswert angesichts des Kleinformats ist die monumentale Dichte der Kompositionen, die sogar eine Transformation in ein Riesenformat zuließe, ohne an Qualität einzubüßen. Die Karten sind teils reine Grafiken, teils in Mischtechnik oder Aquarell. Da seine Sehkraft etwas nachgelassen hat, bevorzugt der Künstler heute bei seinen jüngeren Tageskarten ein etwas größeres Format aus handgeschöpftem Papier.
Seine allerletzten Werke sind zugleich abgeklärt und humoristisch: Mit Papierservietten, die in die Farbrückstände seiner Palette getunkt und anschließend auf Büttenpapier gekleistert werden, zaubert Wallner eine Zufalls-Kollage, in die er nachträgliche Inhalte ähnlich einem Rohrschach’schen Faltbild hineininterpretiert.
Ein reiches Leben, das sich uns in einem reichen Werk offenbart: aus seinem bis in das 15. Lebensjahr zurückreichenden Malereien und den noch früher entstandenen Humoresken und Satiren auf Papier sind vereinzelte Originale vorhanden.
In den letzten 40 Jahren entstanden insgesamt ca. 2000 Werke, davon etwa 500 Acrylbilder, sieben Skizzenbücher, zahlreiche Bücher mit Aquarellen und Zeichnungen auf Büttenpapier, und viele andere Bilder in Mischtechniken.
Der Künstler lebt und arbeitet bis heute in Langenlebarn in Niederösterreich.